Runde 11: Sind wir in Deutschland zu tolerant gegenüber dem Islam?

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen sie registriert und eingeloggt sein: zur Registrierung, zum Login.
ArmanKing
ArmanKing  3.07.2011, 15:06 Uhr
Burka in Deutschland, passt das??? Trench-Coat in New York, passt das?? Dirndel in Dubai, passt das?? Es gibt so viele kulturelle Trachten, die in anderen Kulturen nicht hineinpassen… Grundsätzlich muss man sich überall anpassen.. das heißt, man kann in Dubai, Teheran oder Berlin genau so wenig im Bikini durch die Stadt laufen, wie man in Deutschland oder USA nicht mit der Burka durch die Gegend traben sollte.. Der Grund… zum einen die Privatsphäre, zum anderen die Hygiene und wiederum zum anderen die öffentliche Sicherheit… Dinge lassen sich unter der Jelaba, Burka, Rabbi-Bekleidung, genau so gut verstecken wie unter einem Trench-Coat… Die Frage ist doch nicht, ob die Burka verboten oder toleriert werden sollte, sondern welche Sicherheitsvorkehrungen kann man für die Gefahrenabwehr treffen.. dazu gehört, dass man eben auf bestimmten öffentlichen Plätzen gut kontrollierbare Bekleidung tragen sollte…. Wenn ich in NY neben einem Armisch stehe habe ich genau so viel Angst, wie wenn in Düsseldorf eine mit der Burka rumläuft… Burka ist aber was anderes wie Kopftuch.. Kopftuch ist nicht nur Bedeckung sondern eben auch Schmuck… :0)
Suna Berlin
Suna Berlin  16.06.2011, 12:32 Uhr

die Frage ist nicht nur, passt die Burka nach Deutschland. auch in der Türkei, einem mehrheitlich muslimischen Land, fragen sich die Leute: muss das sein?
Talesdis
Talesdis  15.06.2011, 14:06 Uhr
@Atheist, ich lese sehr wohl, was ich schreibe und auch verlinke, sie offensichtlich nicht, denn verschiedenes, was sie herausziehen habe ich bereits beantwortet oder wird in den von ihnen kritisierten Passagen erläutert.

Von Ihnen nicht mal erwähnt ist einer der ersten Sätze, der mich zu meiner auf eine Werbung anspielenden Äußerung brachte:
“Die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen hatten als erste in den 80er Jahren »religiöse Unterweisung« für Schüler/innen islamischen Glaubens im Muttersprachlichen Unterricht Türkisch großflächig eingeführt. ”
Und weiter, nachdem erklärt wird, dass man dafür extra die Türkei sowie die Unis v. Kairo und Ankara zu rate zog:
“In Nordrhein-Westfalen geschieht dies seit dem Schuljahr 1999/2000 an inzwischen über 30 Schulen.”

Lange also, bevor es von Medien oder Ihnen breitgetreten wurde geschah in diesem Lande bereits etwas.

Und auch weiterlesen lohnt sich im Text.
So wird beim “Thema Stop” von Rechtsgutachten gesprochen. Man könnte das vereinfachend als “juristische” Probleme benennen. Und Vergleichen wir diesen “Stop” mit anderen Bildungsreformen, etwa die der lustigen Pisareaktionen oder die Neustrukturierung der Universtäten erkennen wir: dieses Spiel wird überall betrieben. Ein Reformunwille führt zu zaghaften Versuchen, die dann wieder abgebrochen werden (oder alternativ werden Dinge eingeführt, welche die Situation verschlechtern). Das herunterzubrechen auf einen (Nicht-)Glaubenskrieg ist mal wieder tendenziös.
Auf die Frage warum nur so wenige Schulen und Schüler bei den Projekten beteiligt sind gibt 1. der Begriff “Versuch” auskunft 2. ein Blick auf die fraglichen Länder und 3. Versuche in eine andere Richtung des Religionsunterrichtes wie in Hamburg (bei dem Sie vermutlich wieder nur lasen, dass Katholiken und Juden nicht daran teilnehmen müssen).
Und hätten Sie mal gekuckt, von wann dieser Vortrag ist, wäre Ihnen aufgefallen, dass da schon ein wenig Wasser den Rhein runterging.
Momentan sieht die Haltung so aus:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,756812,00.html
Und auch hier steht am Ende, welche Probleme auch mit diesem Lösungsvorschlag verbunden sind.
Andere Probleme bei der Einführung werden hier erläutert:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,729431,00.html

Die Religionslehrerin Lamya Kaddor verdeutlicht nochmal die Probleme:
“Kaddor: Das liegt an beiden Seiten. Die Bundesländer sagen: Wir haben noch keinen Ansprechpartner auf muslimischer Seite gefunden, der uns gefällt und der die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, eine anerkannte Religionsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes zu sein. Und die großen islamischen Verbände sagen: Wir sind doch keine Kirche im institutionalisierten Sinn und wollen das auch nicht sein, aber wir wollen trotzdem rechtlich so wie die katholische und evangelische Kirche behandelt werden und die Glaubensinhalte für den islamischen Religionsunterricht festlegen. Und weil das seit vielen Jahren von beiden Seiten immer so hin- und hergespielt wird, ist außer vielen Absichtserklärungen leider nichts passiert.” (Interview mit dem Spiegel 2009)

Das der Text aber durchaus kritisch mit den Versuchen der Länder umgeht ist richtig, wichtig und, aufgrund der Situation auch nicht zu leugnen. Aber er verweist darauf, dass etwas geschieht und nicht die Hände im Schoß liegen. Er verweist darauf, dass es eine Vielzahl an Problemen gibt, darunter jedoch nicht eine potentielle Ablehnung der Kirchen, die wird nicht mal unterstellt (natürlich außer von Ihnen).

Mal wieder polemisch ist der Verweis auf den Musiklehrer Ihrer Kinder. Ich kenne den Mann nicht, und kann ausgesprochen schlecht darauf antworten, welche Motive er hat. Da sollten Sie ihn selbst fragen und hier antworten lassen. Vorstellen kann ich mir, dass ihre Kinder die Methodik der Musik erlernen sollen, und im Rahmen unserer christlichen Wurzeln ist festzuhalten: die Entwicklung der Musik zu dem was sie heute ist käme nicht ohne Bach, Händel, Mozart, Liszt oder Brahms aus. Auch Choräle und Vagantenmusik, Elemente wie Fugen und und und. Wollen Sie verbieten? Wollen Sie Kultur oder Musik verbieten weil sie religiöse Bezüge hat? Dann wirds eng, dann müßte auch Musik verboten werden, die anti-religiöse Bezüge hat, denn auch das wäre eine Einschränkung der Religionsfreiheit.
Aber wie gesagt, fragen wir den Lehrer.

In der Kopftuchfrage und bei dem netten Verweis auf die Kruzifixe haben Sie doch glatt folgendes ausgelassen zu zitieren:
“Der islamische Religionsunterricht wird gleichberechtigt zum evangelischen, katholischen und »jüdischen« Religionsunterricht sowie zur »Lebenskunde« des Humanistischen Verbandes erteilt – aber nicht gleichberechtigt zu den übrigen Unterrichtsfächern des Berliner Schulsystems.”
Minderwertig also in Richtung aller anderen Schulfächer, gleichberechtigt mit den anderen Religionsfächern.
Das gilt mittlerweile übrigens vielerorts auch für Geschichtsunterricht. Komisch nur, dass Sie, ich kann es nur wiederholen, sich hier über die Diskriminierung der Muslime aufregen, gleichzeitig aber kein Wort über die Diskriminierung der Christen und Juden verlieren, ja, sogar an anderer Stelle deutliche Worte verlieren oder gerne die Schuld versuchen in diese Richtung zu schieben.
Und nur um meinen Hinweis, dass Sie an anderer Stelle die Erteilung christlichen Unterrichts in der Schule kritisieren:
“Nun, Hitler ist nicht in einem atheistischen Umfeld aufgewachsen. Vielmehr war es ein ein römisch katholisches Elternhaus. Und er besuchte auch den Religionsunterricht in der Schule.”
Damit verwehren Sie sich gegen die Aussage, dass Hitler eher Agnostiker oder Atheist denn Christ zu nennen ist. An anderer Stelle habe ich bereits eine seiner (Hitlers) Aussagen zum Christentum zitiert, die das zwar klarstellt, aber Ihre Haltung wird da recht eindeutig.
Zudem erinnere ich mich auch an mindestens eine Randbemerkung, wie Kirchen Ihrer Meinung nach heute aussehen sollen, nämlich abgerissen und durch leblose Automaten ersetzt. Wollen Sie wirklich behaupten, dass klinge nach Religionsfreiheit? Nach freier Wahl der Praxis für Christen? Sie können mir nicht erzählen, als Vertreter der Freiheit in Schulen aufzutreten, wenn Sie auf der anderen Seite immer wieder vehemente und verletzende Vorstöße gegen die Christen zu unternehmen. Das sind zweierlei Maß. Aber das kenne ich ja bereits von Ihnen in Bezug auf geschichtliche Fakten und ihre Bewertung.

Wie ich darauf komme dass sie für Präsentation sind? Sie sprachen doch darüber, dass Kopftuch (und somit auch Burkha) als Verbot eine Unmöglichkeit sei. Dass es bislang in Dtl. dabei aber vor allem um Lehrer u.a. Beamte ging, dass haben sie wohl ausgeklammert. Und diese SIND Staatsdiener. Wenn ein Richter im Gewand eines christlichen Priesters oder Mönches erscheinen würde, wäre Ihr Protest sicherlich groß, da bin ich mir sicher (und vollkommen zu recht).

Die Trennung von Staat und Religion ist bereits erfolgt, so weit dies möglich ist. Eine Kooperation muss sein! In der Vergangenheit gab es zu oft Differenzen, weil die kirchlichen Besitzümer und die der weltlichen Fürsten unter verschiedenen Gerichtsbarkeiten lagen und man sich trotzdem gegenseitig beeinflußte.
Ein gutes Beispiel ist Angela Merkels Äußerung zum Tode Osama bin Ladens. Sie beruft sich auf christliche Werte, “freut” sich aber über einen gewaltsamen tod. Müßte die Kirche schweigen würde es hier ein falsches Bild aufwerfen, so kann sie protestieren und zur Besinnung aufrufen.
Atheist
Atheist  15.06.2011, 08:37 Uhr
@MIKA: Was sind denn die Werte des christlichen Glaubens?

Und bevor Sie sie nun aufzählen, bedenken Sie bitte was sie in Ihrem letzten Post geschrieben haben.

Eine Frage möchte ich vorab stellen.

Haben Menschen mit anderer oder keiner Religion nicht diese Werte?
Atheist
Atheist  15.06.2011, 08:31 Uhr
Doch lieber @Talesdis, ich kann Ihnen eine Lösung vorschlagen.

Vollziehen wir endlich die Trennung von Staat und Kirche!

Der Staat soll sich aus allen Belangen der Kirchen heraushalten!

Der Staat soll allgemein gültige Regeln und Gesetze machen, die keine Religion benachteiligen!

Wie kommen Sie darauf, dass ich FÜR Präsentation von Religion durch Staatsdiener bin?

Wenn Sie obiges lesen, dann bin ich das Gegenteil.

Wie ist es denn mit dem Grundsatz: “Gleiches Recht für Alle”? Warum hängen in staatlichen, oder wie Sie es ausdrücken säkularen, Schulen nur Kreuze an der Wand? Warum hängen kein Halbmond, Davidstern, Menora, achtspeichige Rad, Om, usw. dort. Hier wird dann wieder auf die christlichen Wurzeln verwiesen. Und was ich davon halte, habe ich schon deutlich gemacht.

Warum müssen meine Kinder in einer staatlichen Schule (!), mit einem wohl sehr religiösem katholischem Musiklehrer, Lieder mit Inhalt Gottpreisung und ähnlichem trällern? Warum wird an einer staatlichen Schule ein katholisches Morgengebet gesprochen und Kinder mit anderen oder keinen Glauben sind angehalten, hier mitzumachen? Warum werden Kinder in die Kirche zwangsweise mitgenommen, mit der Begründung, es gäbe im Moment keinen Lehrer der sie beaufsichtigen könnte?

Entschuldigen Sie bitte, wenn ich nicht alles Geschriebene und Verlinkte hier kommentiere aber um Ihren Link “Wer hats erfunden” komme ich nicht herum. Lesen Sie vorher was Sie hier verlinken?
Dieser Bericht ist von 2002 und es sind noch immer Modellversuche. Es gibt keinen flächendeckenden Unterricht für Islam an deutschen Schulen, Stand 2011.

Auszüge:
“In Bayern hat ein entsprechender Schulversuch mit dem Schuljahr 2001/2002 an fünf (!) Schulen begonnen, je eine in München, Augsburg, Nürnberg, Erlangen und Fürth. Andere westdeutsche Bundesländer erteilen den Islamunterricht ebenfalls im Rahmen des Muttersprachlichen Unterrichts, erteilt von türkischen Lehrkräften. Insgesamt nehmen jedoch nur ca. 10-12% der muslimischen Schüler/innen in Deutschland an diesem freiwilligen Unterricht teil.”

Atheist: Das ist schon ein bemerkenswert hoher Anteil. ;-)

“Vor allem in den Bundesländern, in denen relativ viele muslimische Menschen leben, sind die islamischen Organisationen in den vergangenen Jahren verstärkt aktiv geworden. Sie fordern mehrheitlich die Einführung eines ordentlichen islamischen Religionsunterrichts nach Art. 7,3 GG, wie er den großen christlichen Konfessionen nach der Verfassung und den landesrechtlichen Bestimmungen gewährt wird.”

Atheist: Das geht aber jetzt nicht, gleiches Recht für alle? ;-)

“Die Länderregierungen bezweifeln wegen der vergleichsweise geringen Mitgliederzahlen der Moscheegemeinden und Moscheevereine deren Legitimation, für die Mehrheit der Muslime insgesamt zu sprechen. In Hessen haben deshalb muslimische Vereine und Verbände 1997 die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) gegründet, um die volle rechtliche Anerkennung für ihre Vertretung zu erhalten, und ordentlichen Religionsunterricht nach den gesetzlichen Bestimmungen unter ihrer verantwortlichen Mitwirkung beantragt. Nachdem man mit der früheren rot-grünen Landesregierung kurz vor der Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes stand, hat die christlich-liberale Regierung dieses Projekt gestoppt. In mehreren Rechtsgutachten wurde das Projekt verworfen.”

Atheist: Die christlich-liberale Regierung hat dieses Projekt gestoppt?

“Es unterrichten wegen der Kopftuchfrage ausschließlich männliche Personen, weil die zwölf der Föderation angeschlossenen Moscheevereine keine einheitlich Auffassung vertreten und die Föderation andererseits kein Interesse hat, in dieser Frage einen neuen Konflikt zu provozieren.”

Atheist: Berufsverbot für muslimische Frauen?

“Ein weitere Sonderform von Religionsunterricht wird im Stadtstaat Hamburg praktiziert. Hier wird »Religionsunterricht für alle« erteilt, das heißt, Schüler/innen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und auch solche ohne religiöses Bekenntnis nehmen im Klassenverband gemeinsam am Unterricht teil. Nur katholische und jüdische Schülerinnen sind in der Regel ausgenommen. Muslimische Schüler/innen nehmen daran teil, können sich aber auch von der Teilnahme befreien lassen. Die Regierungen anderer Bundesländer haben sich öffentlich noch nicht festgelegt, ob und in welcher Form sie Islamischen Unterricht ermöglichen bzw. einführen werden.”

Atheist: Bemerkenswert ist die Ausnahme.


So aber jetzt ist Schluss, ich muss auch noch was anderes tun.
Talesdis
Talesdis  14.06.2011, 23:58 Uhr
Ich muss das noch konkretisieren, dass ist mir zu schwach formuliert. Statt “und eine gute Anzahl Muslime entsprechen längst nicht den Problembildern, die wir derzeit so sehen.” Muss es heißen: viele Muslime in Deutschland sprechen sich gegen die Probleme aus, die wir mit der Angst vor dem Islam verbinden.
Talesdis
Talesdis  14.06.2011, 23:57 Uhr
@ Toni & UngläubigerThomas:
könntet ihr bitte konkreter Formulieren. Es sind längst nicht alle Muslime auf dem Trip der Islamisten, und eine gute Anzahl Muslime entsprechen längst nicht den Problembildern, die wir derzeit so sehen.

@Atheist: Etwas objektiver bitte…
Warum viele Menschen eine “Islamisierung” befürchten kann aus Artikeln wie den folgend zitierten entnehmen, und nicht Momentaufnahmen. Der Sufix “isierung” deutet auf einen dynamischen Prozeß, Standaufnahmen können logischerweise nichts beleuchten.
http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/konvertiten-in-deutschland–25160149.html

Auch wenn man es selbst nicht nachvollziehen mag, sollte man Menschen wegen ihrer Ängste nicht einfach abkanzeln, ins rechte Lager schieben oder dispektierlich behandeln. Respektvolle Information hilft weit mehr.

Zum vorgebrachten Problem der “Unterdrückung durch radikale Christen”:
http://www.uni-leipzig.de/~rp/vortraege/siedler.html
Wer hats erfunden? Die katholischen Bayern, Sinnbild katholischen Kernlandes.
Das es sich schleppt ist wenig verwunderlich und nur im Versuch eine Tendenz zu unterstellen auf die vorherrschende Religion zu schieben. Die letzten Schulreformen etwa nahmen alle viele Jahre bis Jahrzehnte in Anspruch bis sie “fertig” waren. Das ist nicht gut und abzustellen, hat aber mehr mit dem Bildungsföderalismus und den bürokraitschen Gängen zu tun als mit Religion…

Und was religiöse Kleidung angeht: schön das wir drüber sprechen. Würde ein Franziskaner in Mönchskutte in die John-Lennon-Oberschule kommen um dort Englisch oder Latein zu unterrichten, würde er abgemahnt und bei Wiederholung entlassen. Warum? Weil es eine säkulare Schule ist. Und komischerweise haben Banu (und wenn ich mich recht erinnere auch Sie) über das Thema “Erziehung zur Religion” vor kurzem geschrieben und sie abgelehnt.
Und nun ist es ein Werkzeug um die Unterdrückung durch vermeintliche radikale Christen aufzuzeigen? Falls das die Absicht war, tut es mir leid.
1. Ging die Debatte, wie ein Artikel der “Zeit” mit dem Titel “Kein Kopftuch in staatlichen Schulen!” eben nicht um ein generelles Verbot des Kopftuches, ein Arbeitsverbot für Kopftuchträger o.ä. Es ging einzig und allein um die überdeutliche Demonstration der eigenen Religion durch staatliche Lehrkräfte (mglw. verbeamtet) an säkularen Schulen. Daraus ergibt sich auch, warum es “vornehmlich” um das Kopftuch an Schulen ging. Priester, Mönche und Nonnen die an säkularen Schulen anderes als Religionsunterricht geben unterlagen diesem Verbot schon die ganze Zeit und haben nicht dagegen angefochten. Warum sollte es also dann diskutiert werden? Hier wird im Text von Human Rights Watch also ein Teil der Geschichte weggelassen.

2. Das Verbot kommt nicht von den Christen, die zudem auch keine Gesetze machen dürfen. Das übernimmt der Staat. Momentan sind es 29 bekennde konfessionslose und Atheisten, drei Muslime und über 220 BdMs, die keine Angabe zu ihrem Glauben machen wollen oder können. Die letzten “größeren” juristischen Auseinandersetzung um Religion in Schulen haben Atheisten angestrengt (etwa den Streit um das Kruzifix). Wenn Sie also gegen die Erziehung zur Religion sein sollten ist es schwer zu verstehen, warum Sie FÜR die Präsentation von Religion durch Staatsdiener sind.

3. Würde ein Sikh auf dem Bau keinen Helm tragen wegen des Dastar…

Mir macht Angst, dass Menschen, die für Toleranz streiten wollen andere Menschen diskriminieren. Mir macht Angst, dass ein Miteinander erschwert wird, weil jeder darauf beharrt sich bestmöglich selbst auszubreiten.
Und mir macht Angst, dass keiner Lösungen vorschläg, was zu tun sei, wenn man die Frage dieser Runde mit Ja beantwortet.
MiKa
MiKa  14.06.2011, 23:27 Uhr
Also mich würde interessieren wo die Zahlen herkommen, denn der Realität um mich herum entsprechen sie nicht.

Um mich herum gibt es viele Atheisten, womit ich keinen Probleme habe solange es beim Atheismus bleibt und dieser nicht in Spott über religiöse Menschen übergeht.

Es gibt Menschen die konvertieren (meist zum Islam).

Es gibt wenige Christen die sich oft schämen dies offen mitzuteilen, was ich nicht bejahe aber ich kann es nachvollziehen. Denn als Christ wird man sofort mit Wiederlegungstheorien, Anfechtungen der Bibel, moralischen Kontroversen, ect. erschlagen.
Doch letzte endlich ist es doch eine persönliche Glaubenssache. Ach und oft wird man auch ausgelacht.

Wo hingegen Muslimen mit Toleranz und ich meine auch einer gewissen Ehefurcht begegnet wird, die sich aber oft im Hintergang zu eine Ablehnung umwandelt. Meiner Meinung nach auch weil die Muslimischen Mitbürger auch eine gewisse Überheblichkeit mit sich bringen.

Ehrlich gesagt möchte ich, dass meinen Kinder mit der christlichen Kultur aufwachsen. Ich weiß nicht so genau was ich davon halten würde wenn es in deren Schule eine muslimische Ethiklehrerin geben würde? Und das soll keines Fall abwertend sein es heißt nur, dass mir die werte des christlichen Glaubens wichtig sind und ich will, dass sie an meine Kinder weitergegeben werden ohne Angst diskriminiert zu werden.

Während ich so schreibe fällt mir ein, dass wir wenig Ahnung von unseren Kulturen haben, wir sehen das was uns unterscheidet und beurteilen es meist negativ.
UnglaeubigerThomas
UnglaeubigerThomas  14.06.2011, 22:28 Uhr
@Atheist verkennt offenbar, dass er von den Muslimen als erster mundtot – wenn nicht mehr – gemacht werden wird, falls er jemals in deren Machtbereich geraten wird. Die Christen kommen als „Halb-Gläubige“ ja noch mit zwei blauen Augen relativ glimpflich davon. Für gläubige Muslime gibt es keine größere Sünde als den Atheismus.
Toni
Toni  14.06.2011, 22:14 Uhr
“Oder stünden wir dann vor einem Bürgerkrieg, weil ein fundamentalistischer Christ der Meinung ist,
wir haben nicht das Recht auf Religionsunterricht, Symbole in den Schulen, Altare und Kirchen?”

Sorry, hatte falsch zitiert. Das obige Zitat ist polemisch, nicht das, was ich vorher zitiert hatte.
Ich frage mich immer, weshalb einige Atheisten, meistens aus dem humanistischen und linken Lager, immer wieder solche Schauermärchen vom fundamentalistischen Christen mit seiner Maschinenpistole erzählen. Wo bitteschön sollen diese ganzen fundamentalitischen Christen sein? Seid ihr ihnen vielleicht bei den gewaltsamen Protesten vor dem Bundestag nach Veröffentlichung der Jesus-Karrikaturen begegnet?

Ihr habt kein Mumm die Probleme beim Namen zu nennen und projeziert gewisse Probleme mit den Muslimen einfach auf die Christen, weil ihr genau wisst, dass euch dadurch keiner etwas antun wird. Ihr Feiglinge!
Toni
Toni  14.06.2011, 21:37 Uhr
“Würden wir Konfessionslose geschlossen sofort zu einer eigenen Religion wechseln, mit Symolen, Altaren, Kirchen und allem was dazu gehört, hätten wir dann auch die gleichen Rechte wie die christlichen Religionen sie schon heute haben?”

Das ist Polemik…


“Doch Gesetze wie die der deutschen Länder,
die Kopftuch tragende Frauen von Teilen des Arbeitsmarkts ausschließen, verletzen die gleichen
internationalen Menschenrechtsstandards und schwächen wichtige Frauenrechte in ähnlicher Weise”

Religionsfreiheit hat seine Grenzen. Spätestens dort, wo anderen durch religiöse Praxen geschadet wird. Im Kopftuchfall ist dies nicht der Fall, doch stellt sich nur die Frage, wie man Kopftuch definiert. Für mich ist es völlig undenkbar, dass ich einer Burkaträgerin hinter dem Bankschalter mein Geld anvertrauen würde oder bei einer Behörde meine Dokumente aushändigen würde. In Frankfurt hat dies ja vor einigen Monaten zur Suspension einer Mitarbeiterin geführt. Mich persönlich stören Kopftücher, bei dem das Gesicht zu sehen ist, nicht.


“Wenn ich mir nun obige Zahlen ansehe, muss ich da wirklich Angst vor einer Islamisierung haben?”

Die Zahl von 4,9% ist eine enorme. D.h. dass jeder zwanzigste Bürger dieses Landes -zumindest nominal- ein Moslem ist. Würden sie eine Partei gründen und alle würden für sie abstimmen, wäre beinahe der Einzug ins Parlament möglich.
Setzen wir den aktuellen Kurs für die Zukunft fort, wird die Zahl der Moslems in den nächsten Jahrzehnten ansteigen, weil:
1) ihre Geburtenraten wesentlich höher sind, als die der Europäer, wobei die europäische Bevölkerung rückläufig ist. Also zwei Gegenläufige Effekte zugunsten des Islams.
2) die meisten Europäer heutzutage eine egalitäre Haltung zur Religion einnehmen und sich daher bspw. in gemischten Ehen das islamische Element durchsetzt
3) eine fortlaufende Immigration aus den arabischen Staaten nach Europa stattfindet

Bereits heute gibt es in zahlreichend europäischen Großstädten eine islamische Dominanz, die sich auch im Stadtbild widerspiegelt. Ironischerweise sind davon v.a. französische, belgische, holländische und englische Städte betroffen, also solche Ländern, die traditionell liberal eingestellt sind. Auch diese Gemeinden haben irgendwann mal mit weniger als 1% begonnen.
Atheist
Atheist  14.06.2011, 19:48 Uhr
Mit einer Islamisierung von Deutschland ist wohl nicht zu rechnen, wenn man sich diese statistischen Zahlen ansieht:
Konfessionslose Einwohner 28.214.000, entspricht 34,60% der Gesamtbevölkerung.
Römisch-katholische Kirche 24.909.332, entspricht 30,50% der Gesamtbevölkerung.
Evangelische Landeskirchen 24.194.986, entspricht 29,50% der Gesamtbevölkerung.
Muslimisch geprägte Einwohner ca. 4.000.000, entspricht 4,88% der Gesamtbevölkerung.

Betrachtet man die Zahlen mit Trennung nach Konfession, stellen die Konfessionslosen die Mehrzahl.

Würden wir Konfessionslose geschlossen sofort zu einer eigenen Religion wechseln, mit Symolen, Altaren, Kirchen und allem was dazu gehört, hätten wir dann auch die gleichen Rechte wie die christlichen Religionen sie schon heute haben?

Oder stünden wir dann vor einem Bürgerkrieg, weil ein fundamentalistischer Christ der Meinung ist,
wir haben nicht das Recht auf Religionsunterricht, Symbole in den Schulen, Altare und Kirchen?

Verbote religiöser Kleidung für Lehrkräfte verletzen Menschenrechte, dieser Meinung ist HUMAN RIGHTS WATCH und ich übrigens auch.


HUMAN RIGHTS WATCH schreibt:

Einige der Gesetze enthalten Ausnahmen für „christlich-abendländische” Kulturtraditionen,
keines richtet sich ausdrücklich gegen das Kopftuch. Aussagen aus Landtagsdebatten und die
Begründungen der Gesetzentwürfe verdeutlichen jedoch, dass die Verbote das Kopftuch als Fokus haben.
Zudem drehten sich die bisher gegen die Verbote angestrengten Gerichtsverfahren (das jüngste Urteil
erging am 26. Januar 2009 in einem Fall in Baden-Württemberg) ausnahmslos um die Kopftuchfrage.

Human Rights Watch hat wiederholt Staaten – wie Afghanistan, Saudi-Arabien und den Iran – kritisiert,
wenn sie Frauen zum Tragen religiöser Kleidung zwingen. Doch Gesetze wie die der deutschen Länder,
die Kopftuch tragende Frauen von Teilen des Arbeitsmarkts ausschließen, verletzen die gleichen
internationalen Menschenrechtsstandards und schwächen wichtige Frauenrechte in ähnlicher Weise –
insbesondere die Religionsfreiheit und die Rechte auf Selbstbestimmung, Privatsphäre und die Freiheit zur
Lebensgestaltung nach eigener Überzeugung….

Der Artikel ist zu finden unter:
http://www.hrw.org/de/news/2009/02/25/deutschland-kopftuchverbote-verletzen-menschenrechte

Wenn ich mir nun obige Zahlen ansehe, muss ich da wirklich Angst vor einer Islamisierung haben?
Nein, ich glaube nicht.

Mir macht das Urteil Angst.
Atheist
Atheist  14.06.2011, 19:12 Uhr
Warum soll jemand Islamisierung definieren?
Schauen Sie bitte heute Abend 3SAT 22:25 Uhr Kennwort Kino “Teheran ist überall”.
Und danach um 22:55 Uhr läuft die DOKUMENTATION Salaam Isfahan.

Dies Sendungen sollten eine sehr interessante Grundlage für weitere Diskussionen sein.
Atheist
Atheist  14.06.2011, 19:05 Uhr
@the flying german: Es wurden schon ein paar inhaltslose Filme gedreht. Ich denke, wir können auf Ihre verzichten.
FrankfurterBub
FrankfurterBub  14.06.2011, 18:36 Uhr
@MiKa

Bitte definiere “Islamisierung”
MiKa
MiKa  14.06.2011, 18:16 Uhr
Meiner Meinung nach ist Deutschland nicht zu tolerant, sonder Deutschland verspottet seine eigene Kultur, die zu einem großen Teil auf dem christlichen Glauben basiert. Mich stören nicht die muslimischen Mitbürger, wenn gleich ich es, als Frau, sehr fragwürdig finde wenn eine Frau ihren ganzen Körper und ihr Gesicht verhüllt, sondern mich stören die Verleumdungen und Verspottungen des Christentums. Ich finde eine Folge dessen ist, dass sehr viele Menschen glaubens-desorientiert, und auch so zu sagen kulturentwurzelt sind. Ich möchte allerdings noch sagen, dass ich bei großer Toleranz nicht stehen lassen kann wenn gesagt wird, dass Christen oder Deutsche früher ebenfalls verfolgt und gemordet haben. Es stimmt, keine Frage, nur wir leben nicht im früher. Diese historische Tatsache ist kein Freiticket für Verfolgungen und Morde die heute stattfinden. Jedes Land das so was befürwortet oder duldet ist zu verurteilen und leider sind es zu der heutigen Zeit die meisten muslimischen Länder die keine Toleranz zeige. Ich lebe als Einwanderin gerne in Deutschland, in dem tolerantem Deutschland, aber ich möchte nicht, dass es islamisiert wird.
the flying german
the flying german  14.06.2011, 15:08 Uhr
@Banu

Bekomme ich die Kamera?
SEITEN    1 2 3 4