Runde 10: Warum verfolgt Ihr uns?

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Talesdis
Talesdis  24.08.2011, 08:11 Uhr
Meteor1980
Meteor1980  18.07.2011, 18:35 Uhr
Tautroepfchen
Tautroepfchen  20.06.2011, 21:28 Uhr
Es wurde, u.a. von Sebastian, die Frage aufgeworfen, ob die Gründe für die in vielen muslimischen Ländern verbreitete Christenverfolgung nicht doch im Islam zu suchen sind. Diese Frage würde ich gerne anhand des Bsp Pakistan versuchen zu beantworten.

Es gibt sehr viele Prophezeiungen des Heiligen Propheten (saw) über die Zeit der Ankunft des Verheißenen Messias und Imam Mahdi (dieselbe Person). Eine hat Kamal in seinem posting zitiert (“Ihre Gelehrten schlimmsten Kreaturen unter dem Firmament des Himmels”). Zwei weitere lauten zB:
“Das Prophetentum wird unter euch weilen, solange Allah es will. Dann wird Allah es hinwegnehmen. Dann wird ein Kalifentum folgen, und zwar auf der Grundlage des Prophetentums, das so lange andauern wird, wie Allah es will. Dann wird Allah es hinwegnehmen. Ihm wird ein Königtum der Unterdrückung folgen, das so lange andauern wird, wie Allah es will. Dann wird Allah es hinwegnehmen. Danach wird es (wieder) ein Kalifentum geben auf der Grundlage des Prophetentums. Danach schwieg der Prophet.”
“Was ich am meisten für meine Gemeinschaft befürchte, sind Führer, die sie irreführen.”

All diese Hadithe sagen eine zeitweilige Dekadenz des Islams voraus, bevor er durch den Verheißenen Messias und Mahdi wieder belebt werden soll. Heute gibt es unter den Muslimen keinen Zweifel darüber, dass die Muslime sich nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in religiöser Hinsicht ziemlich auf dem Tiefstand befinden. Getreu dem Sprichwort “Ein Fisch fängt vom Kopf an zu stinken” und entsprechend den Voraussagen des Heiligen Propheten (saw) sind die religiösen Führer unter den Muslimen für diesen Verfall verantwortlich zu machen. Diese Mullah-Mafia hat zB in Pakistan alle wichtigen Stricke in der Hand und steuert das Land dem Abgrund zu. Das letzte, worum sie sich kümmern, ist die religiöse Erziehung und Bildung der Menschen. Deren Einfluss auf die Politik ist dermassen groß, dass die Politiker – teilweise direkt, teilweise indirekt -eingestehen, dass sie es sich überhaupt nicht leisten könnten, die Mullahs zu vergraulen. Auch Musharraf, der bis 2008 in Pakistan regiert hat und auch im Westen einen sehr guten Ruf als reformwilliger Liberaler genoss, musste mit der Zeit viele seiner Zugeständnisse ggü den religiösen Minderheiten auf Druck der Mullah-Mafia widerrufen und war selbst als ehemaliger Militärchef letztendlich nicht in der Lage, deren Einfluss zu beschneiden.
Ein gescheiterter Selbstmordattentäter versicherte in einem Interview im Gefängnis, dass er ganz sicher bald wieder frei kommen würde, und gab zu verstehen, dass führende Politiker allesamt mit seinen Bossen zusammen arbeiten würden. Und in der Tat ist keine Verurteilung oder zumindest keine Strafvollstreckung von Attentätern bekannt.
Jeder, der es wagt, der zuteil menschenverachtenden Idiologie der Mullahs zu widersprechen, wird mundtot gemacht. Allein in diesem Jahr wurden mehrere Menschen für ihren Mut mit dem Mord bestraft, u.a. der Politiker Salman Taseer, der sich für eine wegen Blasphemie verurteilte Christin eingesetzt hatte und auch als einziger Politiker die Ahmadis besucht hatte, um sein Beileid für die 86 getöteten und über 100 verletzten Ahmadis zu bekunden, die zwei Anschlägen auf ahmadi Moscheen im Mai 2008 zum Opfer fielen. Und als anschließend der Ministerpräsident der Provinz Punjab von den Ahmadis als “unsere Brüder” sprach, löste er einen Sturm der Entrüstung unter den Mullahs aus. Von ihm folgte dann auch keinerlei Unterstützung oder die sonst übliche Entschädigungszahlung an die Opfer der Anschläge.
Auch die Politikerin Sheri Rehman, die sich mutig für die Rechte der Minderheiten ausgesprochen hatte, musste wegen Morddrohungen untertauchen.
Unter den hoch angesehenen muslimischen Theologen musste zB Javed Ghamidi, der u.a. dem Rat für islamische Ideologie angehörte, welcher die Regierung und das Parlament in religiösen Fragen berät, aufgrund seiner den Mullahs konträren Ansichten (es gebe keine weltliche Strafe für Blasphemie oder Apostasie im Islam) ebenfalls untertauchen und hat, glaube ich, auch das Land verlassen.
Auch unter den Journalisten wird offenbar jedes Mittel eingesetzt, um sie an der freien Meinungsäußerung zu hindern. Der TV-Journalist Mubashar Luqman zB sprach sich nach den Anschlägen auf die Ahmadiyya Moscheen letztes Jahr ungewöhnlich offen für die Rechte der Ahmadis aus und lud sogar das erste Mal im pakistanischen Fernsehen einen ahmadi Gelehrten in seine Sendung ein. Wenige Tage später jedoch lud er mehrere Mullahs in seine Sendung ein, die in gewohnter Manier die ganze Sendung über gegen die Ahmadis gifteten, ohne dass den Ahmadis eine Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben wurde. Der Ton von Mubashar Luqman wandelte sich plötzlich um 180° gegen die Ahmadis. Das Versprechen, den ahmadi Gelehrten erneut in seine Sendung einzuladen, wurde nicht eingelöst. Welcher interne Druck auf den sonst als sehr mutig bekannten Journalisten ausgeübt worden sein muss, bleibt ein Geheimnis.
Erst vor wenigen Wochen wurde der Journalist Saleem Shehzad ermordet, möglicherweise, weil er die wahren Hintergründe des Anschlags auf das Navy Airbase in Karachi aufdecken wollte.
Die Liste solcher Beispiele ist lang. Es ist nicht so, dass es keine moderat denkenden Muslime in Pakistan gäbe oder dass alle dem Mullah-Islam zustimmen würden. Vielmehr werden all diese liberalen Kräfte des Landes durch eine Gedankendiktatur und durch Einschüchterungen zum Schweigen gebracht.
Unter den einfachen Menschen ist, wie bereits erwähnt, nur noch wenig vom ursprünglichen Islam übrig geblieben. Der Aberglaube ist unglaublich weit verbreitet. Anstatt die vom Islam vorgegebenen Gebete und Gottesdienste zu verrichten, haben irgendwelche Schamane und Wahrsager größten Zulauf. Die Schreine verstorbener Heiliger sind immer sehr gut von Leuten besucht, die den Toten gegenüber ihre Wünsche äußern und sich vor den Gräbern niederwerfen, obwohl dies im Islam als Vielgötterei und damit als größte Sünde gilt. Im Alltagsleben ist von Rechtschaffenheit und Gottesfurcht bei den Menschen nicht im geringsten zu erkennen. Ganz im Gegenteil sind Lug und Betrug und Korruption in allen Teilen der Gesellschaft ungemein verbreitet. Ebenfalls haben alle Gesellschaftsschichten gemeinsam, dass man die Interpretation und Erklärung islamischer Quellen den “Gelehrten” überlässt, die diese Aufgabe gut auszunutzen wissen. Und hier liegt auch der wichtigste Grund für die Misere: Die Menschen haben keinen direkten Draht zu Gott, sondern nutzen andere Medien, um sich Gott und seinen Willen erklären zu lassen. Dabei ist es das Ziel des Islam, den Menschen auf eine Stufe zu führen, auf der er unmittelbar mit Gott in Kommunikation tritt und Gott höchst selbst ihn auf jeden Schritt und Tritt rechtleitet. Doch das Erreichen dieser Stufe ist natürlich mit Anstrengung und Mühe verbunden, während die meisten Menschen sich aber zu bequem sind. Deswegen haben die Mullahs auch ein leichtes Spiel, wenn sie die Leute mit shortcut Wegen ins Paradies locken – einfach ein paar Menschenleben auslöschen und schon ist das Paradies verdient. Da denken die labilen Menschen nicht zweimal nach – der Imam hats gesagt, also muss es ja stimmen!

Aus all den aufgezählten Gründen stellt sich mir die frage, wie man den Islam für die Taten der Menschen, wie die besagte Christenverfolgung, verantwortlich machen kann, wenn auf der einen Seite der Heilige Prophet (saw) selbst sich von den Menschen, die in seinem Namen Terror und Angst verbreiten werden, distanziert hat und auf der anderen Seite die heutigen Muslime nach einhelliger Meinung so weit vom Glauben entfernt sind und sich so wenig um religiöse Gebote scheren wie nie zuvor!
Dure-Samin
Dure-Samin  13.06.2011, 21:51 Uhr
Hallo Talesdis,

sorry für die späte Anwort!

“Dure-Samin, du schriebst: Deine Gemeinde sieht es als Aufgabe, Informationen über den Islam zu geben. Beinhaltet dies denn auch die Schattenseite?”

Natürlich distanzieren wir uns von Verbrechen, die im Namen des Islam begangen worden sind. Ich würde und könnte nie behaupten, Muslime seien stets friedliebend durch das Weltgeschehen gewandelt. Und dass heutzutage viele sog. “Islamstaaten” alles andere als friedliebend sind, kann nun wirklich nicht geleugnet werden! Zu sehr haben sie sich von den ursprünglichen Lehren des Islam entfernt. Abgesehen von der heutigen Zeit gab es bereits in den letzten Jahrhunderten mehr als genug Ungerechtigkeit in islamisch geprägten Ländern. Wieso sollten wir diese Dinge in unserer Gemeinde verschweigen oder schönreden? Wir nennen uns schließlich “Reformgemeinde”. Und Reformbedarf an den Muslimen gibt es ja genug…

“erklärt ihr auch wie Sunniten den Islam interpretieren, odre Schiiten? Wird darin erklärt, wie diese den Umgang mit Andersgläubigen sehen? Wird darin erklärt, wie die meisten Muslime weltweit mit anderen umgehen, den Koran auslegen, die Folgebücher und -personen ansehen und interpretieren?”

Ja, auch darauf gehen wir ein. Aus dem Koran lässt sich z.B. herauslesen, dass Gott allein darüber richtet, wer die Hölle oder das Paradies betritt. Es steht auch nirgends geschrieben, dass nur Muslimen das Paradies vorbehalten ist. Einige andere Muslime sehen das anders. Warum sie das anders sehen, darüber muss natürlich diskutiert werden…
Talesdis
Talesdis  11.06.2011, 04:58 Uhr
@Kamal,
entschuldige, wenn ich dir in einigen Punkten widerspreche.
1. Geht es ja nicht nur darum wie du (oder ich) die Stellen interpretieren, sondern wie oft die gleichen Stellen von hoch angesehenen Korangelehrten und -lehrern komplett anders analysiert werden, und dabei ebenso plausibel klingen.
So bspw. die Einigkeit des Staatsmannes und des Propheten. Du schreibst von einer Trennung, oder besser, einem Mangel an direkter Anweisung. Gleichzeitig ist es aber der gleiche Mann (oder besser Männer) der als Vorbild gilt, so ist die Vereinigung in ihm also eben auch ein Vorbild, nicht nur die Gesetze die er verabschiedete. Das dem so ist zeigen auch seine Nachfolger. Die Kalifen sind ebenfalls beides und trennen es nicht. Wenn also Mohammed als Vorbild bereits beides war und die Kalifen ebenfalls, z.T. die Männer, die ihn direkt kannten und vermutlich gut wußten, wie er was meinte, zumindest aber in ihren Taten anerkannte Nachfolger sind, so ist doch die Trennung nicht mehr zu begründen.

2. Was Omar angeht hatte ich bereits am 3.6. auf seine Verträge verwiesen. Die sind keineswegs ein Hinweis auf ein friedliches Miteinander. Darin geht es um handfeste Diskriminierung und der einfachste Verstoß (wie etwa das Tragen oder offene Zeigen eines Kreuzes) wird mit dem Tode bestraft (“Behandlung als Rebellen”).
Da mag er auch Kirchen wiedererrichtet haben, aber diese durften von Muslimen laut Vertrag bis zu drei Tagen als Herbergen benutzt werden.

3. Was die “Verteidigungskriege” angeht habe ich bereits früher die Frage gestellt, wann die Banu Quraiza Mohammed und seine Gemeinschaft angegriffen hatten, dass sie derart brutal behandelt wurden.
Auch die Angriffe auf Karawanen haben m.E. nichts mit Verteidigung zu tun. Und dabei dürften eine Menge Menschen umgekommen sein, die nicht mal was mit der Sache zu tun hatten, immerhin sind Karawanen Sammelsurien und Reisegelegenheiten gewesen.
Oder die Sache mit der Eingebung, dass man ihn zu ermorden plane. Warum wurde dafür der ganze Stamm gestraft? Warum nicht “nur” diejenigen, die es planten, wenn auch nie ausführen konnten?
Und selbst WENN man dies als Verteidigungskriege gelten lassen WÜRDE, wenn Allah und der Koran für Barmherzigkeit stehen, warum wurde dann mit seinen Feinden oder solchen die er dafür hält so erbarmungslos umgegangen wird? Und jetzt bitte keine Vergleiche. Das AT kann man wie gesagt ebenso hart auslegen, steht dann aber im harten Gegensatz zu Jesus handeln.

Wie gesagt, ich kann dich und deine Interpretation verstehen, und wäre ich Muslime würde ich vermutlich auch eher eine friedliche und koexistentere Interpretation gelten lassen. Aber da ja verschiedene andere Schriften und Taten UND bestimmte Taten Mohammeds eben andere Aussagen beinhalten oder auch anders gelesen werden können, und dies bereits von Anfang an getan wurde steht die Frage im Raum, warum deren Interpretation falsch sein sollte, obwohl diese Männer doch ebenfalls viele viele Stunde investiert haben, als gelehrt gelten und ihre Argumentationen schlüssig klingen.
Und noch ein weiteres Dilemma: sollte man wirklich “nur” von Verteidigungskrieg sprechen, wie ist das heute zu verstehen? Greift die bspw. eine Nation einen muslimischen Staat an, ist das ein Angriff auf die Muslime oder den Staat? Dürfen dann alle Muslime zu den Waffen greifen? Oder zum heiligen Krieg aufrufen? Oder gilt dies nur wenn Muslime als solche angegriffen werden? Und was ist im ersteren Fall mit Stellvertreterkriegen? Als der Irak den Iran angriff, wie stand es da mit den dahintersteckenden Blockstaaten?
Kamal
Kamal  10.06.2011, 01:29 Uhr
Hallo,
bin zwar spät dran mit meiner Antwort, aber dennoch:

@KingGedaerme
Die Prophezeiung ist ein Hinweis auf die Notwendigkeit des Mahdi und Messias – dem Begründer unserer Gemeinde-, welcher als Reformer den Islam von eben diesen Verkrustungen befreien wird.

@Talesdis
In der Tat hatte der Heilige Prophet Muhammed saw neben dem spirituellen „Amt“ auch die Staatsführung inne. Hierbei sei anzumerken, dass schon Propheten vor ihm neben der spirituellen Führung auch die weltliche Führung ausübten, wie z.B. die Propheten David und Moses.
Der Heilige Prophet saw wurde erst in Medina zu einem Staatsmann und die deshalb weil alle in Medina ansässigen Parteien, Muslime, Juden sich auf ihn als Staatsführer einigten.
Die eigentliche Antwort für den Grund der staatslenkenden Funktion des Heiligten Propheten saw gibt der Quran selbst. Darin steht, dass der Prophet als Vorbild für die gesamte Menschheit dienen soll (33:22). Das heißt in allen Bereichen des Lebens und somit auch als Staatsmann. Entscheidend war allein das „Wie“ seiner politischen Leitung. Insoweit ist der Vertrag von Medina ein Zeugnis davon, dass der Heilige Prophet seine politische Autorität -als Staatsoberhaupt aller Bürger von Medina – von seiner Funktion als Prophet trennte. Die Bereiche Religionsfreiheit, Staatsverteidigung, Außenhandel und Verwaltung waren für alle Bevölkerungs- u. Religionsgruppen gleich. In Sachen des Erb-, Familien- u. Strafrechts konnte jede Religionsgruppe ihre Angelegenheiten selber regeln. Ausführlicher habe ich dazu am 13.05.2011, 01:16 Uhr gepostet.
Der Kalif ist ein Nachfolger, welcher das Wirken des Propheten spiegelbildlich fortführt, also neben der spirituellen Führung auch die weltliche Führung in sich vereinte. Im Übrigen ist der zweite Kalif Umar hierbei im Bereich der Religionsfreiheit besonders hervorzuheben. Aufgrund der Verfolgung der Juden u. Christen aus Byzanz, ließ er zerstörte Kirchen u. Synagogen wieder aufbauen.
Dadurch, dass der Heilige Prophet sowie seine Nachfolger (4 Kalifen)lediglich in Ihrer Vorbildfunktion auch als Staatsführer agierten, kann indes nicht abgeleitet werden, dass, wie so oft behauptet, im Islam Religion und Politik eins seinen. Der Quran sagt nicht, dass die religiöse Leitung eines Volkes gleichzeitig auch die politische Leitung eines Volkes sein müsse. Was der Quran hierzu sagt, habe ich 13.05.2011, 01:16 Uhr gepostet. Diese Verse sind Konfessionsneutral.

Zum Thema Kriege hatte ich auch schon in Runde 8 Seite 2 (recht breit) gepostet, darin steht u.A:

…dass der heilige Prophet nie einen Angriffskrieg führte noch im Verlauf einer Auseinandersetzung Menschen zum Islam zwang. Diese Lehre vollzog sich ebenso bei den nachfolgenden Kalifen. Kriege wurden den Frühmuslimen aufgezwungen. Dies alles sind historische Tatsachen welche auch von nichtmuslimischen Historikern bestätigt werden…

Gute Nacht noch
Kamal
Janus
Janus  9.06.2011, 07:17 Uhr
Also im Gegensatz zu einigen anderen stören mich die Aussagen von Abdullah eigentlich nicht. Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung und Überzeugung und sei diese auch noch so extrem.

@Abdullah:
Auch wenn du dir das mit dem Kunstwort gerne einreden willst, so entspricht es doch nicht den Tatsachen.

Die Begriffe Salafiten und Salafismus gehen auf den arabischen Begriff Salafiya zurück.
Als Salafiten werden unterschiedliche religiöse und politische Bewegungen bezeichnet, die sich etwa seit Beginn des letzten Jahrhunderts an einem idealisierten Bild der Frühzeit des Islam (arab. “Salaf” steht für “Ahnen”, “Vorfahren”) orientieren. Der Begriff Salafismus dagegen steht heute für eine Strömung des Islamismus. Ihre Anhänger werden als Salafisten bezeichnet. Sie behaupten, besonders eng dem Wortlaut des Koran und den Überlieferungen über das Leben des Propheten (sunna) zu folgen. Das gilt insbesondere auch für Äußerlichkeiten wie Bekleidungsvorschriften. Viele Salafisten tragen deshalb lange Bärte, weite Gewänder und Kopfbedeckungen. Frauen, die kein Kopftuch tragen, begehen nach Überzeugung von Salafisten eine schwere Sünde.

In Deutschland sind die beiden Prediger Pierre Vogel (Köln) und Abdul Adhim Kamouss (Berlin) bekannte Vertreter dieser Strömung. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene ist der Salafismus attraktiv, weil er Identität, Zugehörigkeit und Sicherheit vermittelt: Mit seiner Betonung der Gemeinschaft und der Vorgabe eindeutiger und unveränderlicher Werte und Normen bietet er klare Orientierung. Dabei ist auch die Abgrenzung gegenüber anderen wichtig: Ein bestimmtes Verhalten oder Denken ist entweder gut oder böse, richtig oder falsch, islamisch oder unislamisch – Ambivalenzen und Interessenskonflikte, die sich nicht mit einer eindeutigen “islamischen” Antwort aufheben lassen, kommen im Salafismus nicht vor.

Vogel und Kamouss distanzieren sich von Gewalt zur Verwirklichung ihrer Ziele. Dennoch verteufelt das Weltbild des Salafismus die nicht-islamische Gesellschaft als feindlich, unmoralisch und dekadent. Damit bietet es Anknüpfungspunkte zum Dschihadismus, dem gewaltsamen Kampf für eine islamische Gesellschaft.
Talesdis
Talesdis  9.06.2011, 00:06 Uhr
Also ist ein jemand, der einem Kind einen Sprengstoffgürtel umlegt ein “Widerstandskämpfer” und kein Terrorist in deinen Augen?
Liebe Moderation, freie Meinungsäußerung hin oder her, hier endet aber alle Toleranz.
Abdullah
Abdullah  8.06.2011, 23:35 Uhr
@ Janus:

Was sind denn “Salafisten” ? Dieses Kunstwort, welches von den Medien zwecks Panikmache und finanziellen Interessen erfunden wurde, um die Nachrichten besser verkaufen zu können, gibt es nicht. Durch die herrschende islamfeindliche Stimmung machen bestimmte Nachrichtenkonzerne entsprechendes Marketing, um eine entsprechend größere Zielgruppe mit Lügenmärchen über den Islam anzusprechen. So ist nun mal das Nachrichtengeschäft. Widerstandskämpfer, die sich gegen die zionistische Besatzung Palästinas wehren, werden ebenfalls oft als “Extremisten” und “Terroristen” bezeichnet und entsprechend bei den Nachrichten maßlos übertrieben, um das Produkt besser verkaufen zu können. Kein Moslem würde behaupten, daß er “Salafist” sei.
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