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Warum Hagar ihr Baby beschneiden lässt und nicht versteht, daß sich Deutsche da einmischen

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" ZÜNDSTOFF GLAUBE - CHRISTEN DEBATTIEREN MIT MUSLIMEN "

Salafisten

Im heutigen politisch-religiösen Wortgebrauch steht „Salafisten“ für orthodox an den alten Quellen orientierte Muslime oder islamische Gemeinschaften. In den Medien wird meist wenig differenziert mit dem Begriff umgegangen, er steht oft austauschbar für „fundamentalistisch“, „radikal“ oder „islamistisch“. Deshalb droht der „Salafist“ heute zu einem neuen Feindbild zu werden.

Abgeleitet ist die Bezeichnung von Salaf, arabisch „Vorfahren“. Damit sind die Gefährten des Propheten und die Angehörigen der allerersten Muslim-Generationen gemeint (7.-8. Jh. n.Chr.), die Urväter und Urmütter des islamischen Glaubens gewissermaßen. Ihre Bedeutung für den Islam ist weit höher zu veranschlagen als die der urchristlichen Gemeinden zur Zeit Jesu und kurz danach für das Christentum. Die as-salafiyya („Salafisten“) bezeichnet eine islamische Geistesrichtung, die versucht, sich ganz streng an dem Vorbild der allerersten Muslime auszurichten, die für sie eine Gemeinschaft nach Gottes Wunsch bildeten.

Historisch war as-salafiyya („Salafisten-Bewegung“) oder „Salafist“ nicht unbedingt eine Selbstbezeichnung, sondern eher ein theologischer und akademischer Begriff. Man muss sich auch heute nicht selbst als „Salafist“ bezeichnen – wegen der wachsenden Verunglimpfung des Wortes wird man es wohl eher meiden – und kann dennoch als solcher von Mit-Muslimen angesehen werden. „Salafisten“ stand auch nicht immer für ausschließliche Vergangenheitsorientierung, sondern Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts konnten dies auch Muslime sein, die versuchten, den Koran und die Sunna (allgemein anerkannte und besonders authentische Hadithe) im Sinne einer modernen Demokratie und sogar eines naturwissenschaftlichen Denkens auszulegen.

Moderne Salafisten – ob sie sich nun selbst so nennen oder nicht – zeichnen sich durch wortwörtlichen Glauben an Koran und Sunna und deren Gebote bzw. Verhaltensregeln aus; sie wollen eine ideal-islamische Gemeinschaft nach dem Vorbild der Ur-Muslime erschaffen. Da der Koran von allen frommen Muslimen als das direkte und ewig-gültige Ur-Wort Gottes verstanden wird, lässt es für Salafisten auch nur wenig Spielraum für Kompromisse im Umgang mit unserer westlichen Gesellschaft. Dies drückt sich u.a. in der Einhaltung oft noch so kleiner ur-islamischer Regeln und Kleidergebote aus, angeblich bis hin zum Zähneputzen. Der Übergang zu einem – im westlichen Sinne – gesellschaftsfeindlichen Weltbild und Verhalten ist daher leicht und kann bis hin zur Terrorismusfreundlichkeit gehen. Deshalb werden für salafistisch erachtete Individuen und Gemeinden in Deutschland vom Verfassungsschutz beargwöhnt und beobachtet. Er unterteilt das salafistische Spektrum in ein rein religiöses, „puristisches“ Milieu, ein politisches und ein „dschihadistisches“, mit Bezug zum Terror. In den deutschen Medien oft genannte Zentren salafistischer Aktivität sind die Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln und der “Einladung zum Paradies e.V.” in Mönchengladbach.

Angesehen als besondere Konfliktverursacher werden strenggläubige westliche Konvertiten – diese oft rhetorisch begabte und gut ausgebildete jüngere Missionare – und orientalische Prediger, die der europäischen Kultur unkundig sind, dafür aber eine charismatische Wirkung auf ihre in Deutschland lebenden Landsleute entfalten. Missioniert wird sowohl inner-muslimisch – als Ermahnung zur Rückkehr zum “korrekt” praktizierten Islam – als auch unter der westlichen Hauptbevölkerung, als Aufruf zum “wahren Glauben”. Ein Großteil der salafistischen Mission spielt sich über das Internet ab.

Der Anteil der strengen Salafisten an der muslimischen Bevölkerung in Deutschland liegt sicher im untersten Prozentbereich. Wie sich gezeigt hat, können aber bereits wenige fanatische Individuen die Gesamtbevölkerung verunsichern. Nicht ganz unbeteiligt daran sind jedoch auch unverhältnismäßig aufbauschende Berichte der Medien.

( Stephan Sury Nagel )