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Warum Hagar ihr Baby beschneiden lässt und nicht versteht, daß sich Deutsche da einmischen

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Kopten – die Christen Ägyptens

Kopten sind die zur altorientalischen Kirche Ägyptens gehörenden Christen. Der Name ist abgeleitet von dem griechischen Wort für »Ägypter«. Auch die Christen Äthiopiens sind Kopten, bilden heute jedoch einen eigenen christlichen Zweig, der mit der Koptischen Kirche Ägyptens freundschaftlich verbunden ist. Das Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche Ägyptens wird ebenso wie das der römischen Kirche »Papst« genannt, der seinen Sitz in Kairo und Alexandria hat. Seit 1971 ist Shenuda III. Amtsinhaber. Der Tradition nach wurde die ägyptische Kirche im Jahre 50 vom Apostel Markus gegründet, und Shenuda III. ist sein 117. Nachfolger.

Die Koptisch-Orthodoxe Kirche trennte sich 451 nach dem Kirchenkonzil von Chalzedon zusammen mit anderen orientalischen Kirchen von den westlichen Kirchen, wegen – aus heutiger Sicht – eher geringfügiger Differenzen. Die theologischen Unterschiede zwischen den Kopten einerseits und den Orthodoxen, Katholiken und Protestanten andererseits sind heute weitgehend ausgeräumt. Man respektiert sich gegenseitig und verkehrt freundschaftlich miteinander. Kopten haben dieselbe Bibel wie westliche Christen zur Grundlage und sprechen dasselbe christliche Glaubensbekenntnis.

Eine Besonderheit des ägyptischen Christentums ist seine mönchische Tradition. In der ägyptischen Wüste begann das christliche Mönchtum überhaupt – mit den sogenannten »Wüstenvätern« ab ca. 300 n.Chr. Ihre bedeutendsten Vertreter waren Antonius und Pachomius. Letzterer schuf die erste christliche Mönchsregel, die im frühen Mittelalter ganz Europa beeinflusste. Die koptischen Einsiedler, Asketen und Klostergemeinschaften haben die Christen Europas jahrhundertelang fasziniert und beeindruckt. Die Kopten haben somit einen starken Anteil an der Herausbildung der christlichen Kultur Europas; die ägyptischen Mönche  galten lange als Vorbilder, sozusagen als die christlichen »Ur-Mönche«. Kopten sind bis heute stolz auf ihre alte und starke Tradition. Und koptische Mönche und Klöster sind folgerichtig die vielleicht wichtigste Stütze der koptischen Identität. Sie sind in Ägypten die Garanten christlicher Bildung und im Unterschied zu den Kirchen – bisher – einigermaßen verschont geblieben von Übergriffen und Attentaten.  Wo immer sich Kopten im westlichen Ausland in größerer Zahl niederlassen, etablieren sie daher koptische Klöster.

In der Antike gehörten die Ägypter der heidnisch-ägyptischen Volksreligion an, mit den Pharaonen als Priesterkönigen. In der Spätantike war unter einer Minderheit der Ägypter auch die heidnisch-griechische Religion und die klassisch-griechische Bildung verbreitet. Bis zum 7. Jahrhundert breitete sich das Christentum durch Missionare und asketische Mönche aus, so dass es zur Hauptreligion Ägyptens wurde. Im 7. Jahrhundert wurde Ägypten von den Muslimen erobert, die der Ausbreitung des Christentums ein Ende setzten und stattdessen den Islam zur Staatsreligion erhoben. Seitdem verschob sich der Anteil der Religionen immer mehr zugunsten des Islam. Heute sind grob geschätzt ungefähr 10% der Ägypter koptische Christen und 90% sunnitische Muslime. In der Hauptstadt Kairo ist der Christenanteil höher, dort lebt ungefähr ein Viertel aller Kopten, etwa zwei bis drei Millionen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt.

Die Kopten haben in der Kirche eine eigene Sprache bewahrt (ähnlich wie die Katholiken das Latein), das Koptische, das direkt aus der Sprache der alten ägyptischen Hochkultur hervorgegangen ist. Ohne die Kenntnis des Koptischen hätten die altägyptischen Hieroglyphen nie entziffert werden können. Arabisch verbreitete sich in Ägypten erst nach und nach mit der Herrschaft des Islam. Heute sprechen Kopten im Alltag Arabisch. Sie fühlen sich aber im Unterschied zu ihren muslimischen Nachbarn stärker als Erben der altägyptischen Kultur und als diejenigen, die ältere Rechte besitzen. Ägyptische Christen sind im statistischen Schnitt etwas gebildeter und sozial besser gestellt als ihre muslimischen Mitbürger.

Aufgrund ihres Minderheiten-Status wurden die Kopten unter der Herrschaft des Islam immer etwas benachteiligt. Seit Ende des 20. Jahrhunderts sind sie auch zunehmend Opfer von Gewalt seitens fanatischer Muslime bis hin zu Bombenattentaten auf koptische Kirchen. Viele Kopten sind in den letzten Jahrzehnten in westliche Länder ausgewandert – auch nach Deutschland, wo es inzwischen eine Reihe koptischer Gemeinden und zwei koptische Klöster gibt (in Höxter und in Waldsolms). Bei den Auseinandersetzungen und Straßenschlachten zwischen Muslimen und Kopten kommen auch Muslime zu Tode, doch insgesamt ist die Stellung der benachteiligten koptischen Minderheit ungleich schlechter als die der muslimischen Bevölkerungsgruppe. Sollten die Christen in den nächsten Jahrzehnten aus Ägypten vertrieben werden, so wäre dies nicht nur für Ägypten ein großer kultureller Verlust, sondern auch für Europa ein Abschneiden einer wichtigen geistlichen Wurzel.

( Stephan Surya Nagel )