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Warum Hagar ihr Baby beschneiden lässt und nicht versteht, daß sich Deutsche da einmischen

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Evangelikales Christentum

Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet „evangelikal“ jene Strömung innerhalb des protestantischen Christentums, die sich als besonders bibeltreu versteht. Evangelikale Individuen, Gemeinschaften und Gemeinden gibt es teilweise innerhalb der Evangelischen Landeskirchen und teilweise in selbständiger Form oder in Freikirchen. Häufig werden evangelikale Christen als „fundamentalistisch“ bezeichnet, was so etwas wie „radikal“ oder „sektenhaft“ bedeuten soll. Dies trifft jedoch nicht zu. Evangelikale sind eher besonders „fromm“ in einem modernen Sinne, erheben die Bibel zu ihrer Richtschnur in allen Glaubens- und Lebensfragen, grenzen sich gegen eine „liberale“ Auslegung der Bibel ab, sind im allgemeinen jedoch gut in die westliche Gesellschaft integriert.

Beim evangelikalen Christentum handelt es sich also nicht um eine definierbare Konfession, sondern um eine Geisteshaltung und Lebenspraxis, die quer durch alle protestantischen Kirchen läuft. Gelegentlich können evangelikale Gemeinschaften auch „sektiererisch“ erscheinen, nämlich da, wo sich deutlicher vom Mainstream-Christentum abgrenzen und missionarisch wirken. Meist sind die Gemeinschaftsgrenzen aber fließend, d.h. man kann leicht beitreten und ohne größere Probleme wieder auf Distanz gehen.

Als wichtige Merkmale des Evangelikalen Christentums sind anzusehen:

  • Die Bibel ist die wichtigste und für alle Lebensangelegenheiten maßgebliche Inspirationsquelle. Für viele, aber nicht alle, gilt sie sogar als irrtumslos.
  • Eine persönliche Beziehung zu Gott, d.h. zu Jesus Christus.
  • Ein Schlüsselerlebnis ist eine persönliche Bekehrung zu Gott hin, eine Art von Gnadenakt, durch den man sich als durch Gott angenommen erfährt. Dies setzt eine ganz persönliche Willensentscheidung voraus. Man ist Christ aus freiem Entschluss und nicht aus Tradition oder weil man so erzogen wurde.
  • Sündhaftigkeit erregt den Unwillen Gottes. Erlösung spendet allein Jesus Christus. Daraus folgt ein möglichst streng umgesetzter Lebensstil, der den Texten der Bibel entsprechend als „heilig“ oder „rein“ angesehen wird.
  • Tägliches Bibel- und Schriftenstudium und Gebet. Jeder muss sich eigenständig und eigenverantwortlich um das Verstehen der Heiligen Schrift bemühen. Ebenso essentiell sind regelmäßige und innige Gebete.
  • Die Bindung an eine gleichgesinnte Gemeinschaft oder Gemeinde, die auch eine entsprechende Disziplin ausübt.
  • Endzeiterwartung. Der Untergang dieser Welt und eine Neuschöpfung durch Gott wird früher oder auch später eintreten. Der Weltuntergang muss zwar nicht unmittelbar bevorstehen. Abgelehnt wird aber ein Glauben an eine immer besser werdende und sich höher entwickelnde Welt. Insofern wird meist auch die Evolutionslehre als Irrtum abgelehnt.
  • Ein dualistisches Weltbild, in dem gute und böse Mächte den Kampf um die Herrschaft ausfechten. Der Glaube an einen Teufel in der einen oder anderen Form. Dadurch besteht auch ein Spannungsverhältnis zur modernen „sündhaften“ oder „weltlichen“ Welt sowie eine gewisse Abgrenzung ihr gegenüber.
  • Mission. Der Missionsauftrag geht eindeutig aus dem Neuen Testament hervor. Zum rechten Glauben bekehrt werden sollen sowohl ProForma-Christen bzw. „Namenschristen“ als auch Nicht-Christen.

    Das evangelikale Christentum ist eher schwach in Westeuropa, sehr ausgeprägt dagegen in Amerika vertreten. In den USA werden nach einigen Schätzungen bis zu 40% der Bevölkerung den Evangelikalen zugerechnet, im sogenannten „Bible Belt“ (Bibel-Gürtel), dem gesamten Südosten der USA, dominieren sie die Kultur. Evangelikale Organisationen und Prediger nehmen dort auch starken Einfluss auf die Politik, und alle amerikanischen Politiker müssen sich mit ihnen irgendwie arrangieren, wenn sie Wahlen gewinnen wollen. Ein prominenter evangelikaler Politiker ist Ex-Präsident George W. Bush.

    Wichtige Bestandteile evangelikaler Ethik sind: an der Bibel ausgerichtete Erziehung und Schulbildung inklusive der Schöpfungslehre, Keuschheit vor der Ehe, Monogamie, Ablehnung von Homosexualität, Ablehnung der Abtreibung, in den USA oft Befürwortung der Todesstrafe, Antirassismus, Kampf gegen Pornographie, Alkoholismus und Drogen, ein eher patriarchalisches Menschenbild und Familienideal.

    Politisch sind die Evangelikalen zwar eher konservativ oder „rechts“ einzustufen, jedoch können sich viele auch in „linken“ und sozialen Projekten engagieren, etwa für Arme und Unterprivilegierte im eigenen Land oder in der Entwicklungshilfe in armen Ländern – natürlich in Verbindung mit Mission.

    Während für sehr viele Evangelikale früher der weltliche Hauptfeind im Kommunismus bestand, wächst heute insbesondere in den USA die Tendenz, den Islam als gefährlichsten Gegner des Christentums, ja als den Anti-Christen, das Böse schlechthin zu sehen. Häufig anzutreffen ist andererseits – aufgrund alttestamentlicher Verbundenheit – Respekt und Sympathie für das Judentum und damit indirekt auch für Israel.

    ( Stephan Surya Nagel )