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Warum Hagar ihr Baby beschneiden lässt und nicht versteht, daß sich Deutsche da einmischen

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" ZÜNDSTOFF GLAUBE - CHRISTEN DEBATTIEREN MIT MUSLIMEN "

Der Atheismus – und die Gegenwart des Übels in der Welt

Atheismus ist der feste Glaube bzw. die feste Überzeugung, dass es keinen Gott gibt. Bei Diskussionen über den Atheismus und mit Atheisten geht es meist um drei verschiedene Ebenen, die deutlich auseinander gehalten werden sollten:

  1. Die Kritik am Gottesglauben, im Allgemeinen verbunden mit einer Verneinung eines immateriellen Geistprinzips. Daher werden auch die Existenz einer »ewigen Seele« und ein Weiterleben nach dem Tode verneint.
  2. Die Kritik an der Religion. Die wesentlichen Glaubenslehren der Religion – im Westen geht es meist um das Christentum – werden als unwahr hingestellt.
  3. Die Kritik an der religiösen Institution – im Westen an der Kirche, vor allem der Katholischen Kirche. Die Schwächen, Fehler und Verbrechen der religiösen Institution/Organisation oder ihrer Vertreter in Geschichte und Gegenwart werden gebrandmarkt.

Nicht automatisch sind alle drei Positionen zusammen vertreten. Es gibt verschiedene Kombinationen:

  • Man kann alle drei Standpunkte teilen, wie es überzeugte Materialisten im Allgemeinen tun. Materialisten – im philosophischen Sinne – sind der Auffassung, dass es außer Materie und physikalischen Energien nichts gibt, dass also auch der Geist oder das Bewusstsein nur aus elektro-chemischen Gehirnprozessen besteht und mit dem Tode endet.
  • Man braucht nicht an Gott zu glauben und kann dennoch gläubiger Anhänger einer Religion oder eines spirituellen Weges sein, wie Buddhisten, Taoisten, heidnisch Religiöse oder manche Esoteriker.
  • Man kann gottgläubig und Anhänger einer Religion sein, aber religiöse Institutionen und Organisationen oder deren Vertreter (z.B. den Papst) skeptisch betrachten oder ablehnen.
  • Man kann nur an Gott glauben, die Religionen und ihre Organisationen jedoch ablehnen.

Die meisten Atheisten lehnen auch die Religion als solche und ihre Organisationen ab. Sie sind der Auffassung, dass religiöse Weltanschauung eine falsche Sicht der Wirklichkeit oder gar eine Wahnvorstellung ist und dass diese – weil sie eben falsch sei – hauptsächlich schädliche psychologische und soziale Konsequenzen habe.

Wir beschränken uns in dieser Erörterung auf den Atheismus im engsten Sinne, d.h. auf die Verneinung von Gottes Existenz, denn diese Argumentation kann mit dem gesunden – und philosophisch geübten – Menschenverstand allein nachvollzogen werden. Zur gerechten Beurteilung der Religionen sowie ihrer Institutionen und Vertreter sind meist erhebliche Fachkenntnisse und zuverlässige Informationsquellen notwendig.

Was soll unter »Gott« verstanden werden?

Zuerst wäre der Begriff »Gott« zu klären. In der historischen Debatte des Abendlandes um die sogenannten »Gottesbeweise« wurde Gott definiert oder stillschweigend vorausgesetzt als das einzige Wesen, das zugleich allmächtig, allwissend und allgütig ist. Wir werden sehen, dass gerade in der gleichzeitigen Zuschreibung dieser drei Gotteseigenschaften das Hauptproblem liegt.

Außerdem geht es in dieser Debatte um Gott als »Person«, nicht um einen eher unpersönlichen Gottesbegriff, der vor allem in den östlichen Religionen und z.T. in der westlichen Esoterik zu finden ist.

Das Übel in der Welt

Die Präsenz von Leid ist das stärkste Argument, das viele Menschen an Gott zweifeln lässt. Dabei geht es sowohl um menschen-erzeugte als auch um natur-erzeugte Katastrophen, und nicht nur im überdimensionalen Ausmaß. Schon der Tod eines einzigen unschuldigen Menschen – etwa eines kleinen Kindes – kann an Gott verzweifeln lassen. Gottgläubige sind deshalb herausgefordert, das Übel in der Welt »wegzuerklären« bzw. Gott zu rechtfertigen. Leibniz prägte dafür den Ausdruck Theodizee, griech. »Rechtfertigung Gottes« (angesichts des Übels in der Welt). Sie ist seit den alten Griechen ein grundlegender Streitpunkt in Philosophie und Theologie.

Als Hauptargument zur Verteidigung Gottes angesichts des Übels wird entgegengehalten, dass Gott den Menschen mit einem freien Willen erschaffen habe, ihm andererseits aber auch klare Anweisungen gegeben habe, wie er sich optimal verhalten solle. Dieser freie Wille, sich für das Gute oder das Böse zu entscheiden, sei eine Grundbedingung des Menschseins, andernfalls wäre der Mensch nur ein vorprogrammierter Automat oder ein instinktgesteuertes Tier. Gott würde deshalb auch nicht in das Weltgeschehen eingreifen, um dem Menschen seinen freien Willen nicht zu nehmen. Ist es aber glaubhaft, dass ein Gott, der nie interveniert, wirklich allmächtig und allgütig ist?

Das Argument des freien Willens ist mit den Erkenntnissen der Psychologie sowieso brüchig geworden. Wir sind so vielen Konditionierungen unterworfen, dass wir nicht bei allen Entscheidungen sicher sein können, einem souveränen freien Willen zu folgen. Vermutlich ist dies nie ganz der Fall.

Wenn Gott der allmächtige und allwissende Schöpfer der Welt wäre, hätte er das kommende Übel voraussehen und verhindern können.

Selbst wenn man menschen-bewirktes Übel, d.h. das Böse, noch mir irgendeinem moralischen Fehlverhalten erklären wollte, so sind natur-bewirkte Katastrophen, die bisweilen Tausende unschuldiger Menschenleben fordern, kaum noch mit Gottes Allgüte und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Meist bleibt dann nur noch die wenig tröstliche Formel von »Gottes unerklärlichem Ratschluss« übrig.

Gott mit Einschränkungen

Das Übel in der Welt ist nicht wegzudiskutieren und ganz offensichtlich greift keine göttliche Macht zur (Wieder-)Herstellung einer höheren Gerechtigkeit in das Weltgeschehen ein. Verschiedene Weltreligionen haben daraus unterschiedliche Schlüsse gezogen.

Im Hinduismus wird das Feld der Handlungen und der Weltgeschichte völlig von Gott getrennt gesehen. Die Handlungen des Menschen werden nicht von Gott beurteilt und vergolten, sondern nach dem unpersönlichen Karma-Gesetz ausgeglichen. Dies setzt den Glauben an die Wiedergeburt voraus. Gute und schlechte Taten werden zum größten Teil in einem späteren Leben in der Form eines entsprechenden »Schicksals« belohnt. Gott hat damit nichts zu tun. Er ist nicht allmächtig in dem Sinne, dass er das Karma-Gesetz oder Weltgeschehen ändern würde/könnte.

Im Christentum neigen die modernen Theologen mehr und mehr dazu, von Gottes Allmacht abzurücken. Gott leidet mit den Menschen. Ein sinnträchtiges Symbol dafür ist der gekreuzigte Christus. Nach Auschwitz, Hiroshima und einigen anderen Mega-Katastrophen fällt es Christen schwer, ungetrübt vom gerechten und allmächtigen Gott zu sprechen, und wenn er nicht allmächtig und allgütig zugleich sein kann, identifizieren sie ihn lieber mit der All-Güte. Nicht zuletzt weist Jesu Wirken und Predigt darauf hin, dass Gott zwar in gewisser Hinsicht ohnmächtig ist, aber voll unbegrenzter Liebe.

Im Islam sind die Eigenschaften Gottes auf der Skala zwischen Liebe und Macht stärker zur Allmacht hin verschoben. Man sieht ihn nicht als den All-Liebevollen. Er ist der Erbarmer und Barmherzige eher dann, wenn man sich reuevoll Ihm (wieder) zuwendet. Grundsätzlich leitet er auch Menschen, die nicht für ihn bestimmt sind, in die Irre und verschließt deren Herz oder Verstand, wie es in mehreren Koran-Suren zum Ausdruck kommt.

Verwandte Gedankengänge finden sich auch im Alten Testament und im Judentum. Gott peinigt sogar seinen treuen und tugendhaften Diener Hiob mit den grausamsten Strafen, nur um ihn von seiner Allmacht zu überzeugen. „Was für ein Gott, der so etwas nötig hat!“ würden Atheisten kommentieren.

In einem Punkt stimmen Hinduismus, Judentum, Christentum und Islam überein: Gott ist allmächtig in dem Sinne, dass er der Welt eines Tages ein Ende setzen und damit auch das Übel vernichten wird. Nach dem Hindu-Glauben erschafft er dann allerdings eine neue Welt und der Kreislauf beginnt von neuem.

Schlussfolgerungen

Folgt man der rationalen westlichen Philosophie, so kann es keinen Gott geben, der zugleich allwissend, allmächtig und allgütig ist. Das Festhalten vieler gläubiger Menschen an allen drei Gotteseigenschaften bewirkt, dass viele andere Menschen den Glauben an einen solchen Gott für irrational halten und sich zum Atheismus bekennen.

Soweit die rationale Argumentation. Tiefreligiöse Menschen lassen sich dadurch aber meist nicht erschüttern. Sie behaupten, der Glaube an Gott könne nicht durch »Beweise« und logische Schlussfolgerungen herbeigeführt werden – und haben damit vielleicht auch recht. Gott stehe jenseits menschlicher Vernunft. Vertreter dieses Standpunktes müssen sich jedoch die Frage gefallen lassen, warum Gott die Menschen so erschaffen habe, dass diese ihn nicht mit dem gottgegebenen analytischen Verstand erkennen können. Wie ist das mit Gottes All-Liebe und Gerechtigkeit, mit seiner Vollkommenheit als Schöpfer vereinbar?

( Stephan Surya Nagel )