Thema:
Warning: Missing argument 1 for get_cat_name(), called in /homepages/30/d471582191/htdocs/t2te/wp-content/plugins/rundennavigation/rundennavigation.php on line 40 and defined in /homepages/30/d471582191/htdocs/t2te/wp-includes/category.php on line 186

Warum Hagar ihr Baby beschneiden lässt und nicht versteht, daß sich Deutsche da einmischen

runden

        Videos  123 | Kommentare  2024

WIKI

" ZÜNDSTOFF GLAUBE - CHRISTEN DEBATTIEREN MIT MUSLIMEN "

Christenverfolgung in der heutigen islamischen Welt

Verfolgung und Untergrund sind Teil der Gründungsgeschichte der christlichen Weltreligion. Der Religionsstifter Jesus von Nazareth wurde wegen seiner Predigttätigkeit selbst hingerichtet, und viele seiner Anhänger mussten in den ersten 300 Jahren der christlichen Zeitrechnung das Kreuz des Verfolgtwerdens auf sich nehmen. Hunderte Bekannte und Tausende Unbekannte, die wegen ihres christlichen Glaubens starben, werden heute als Märtyrer verehrt.

Märtyrer kennt auch der Islam. Viele der muslimischen Märtyrer starben allerdings mit der Waffe in der Hand im Kampf für den Islam oder für ein islamisches Reich. Der klassische christliche Märtyrer starb meist allein mit leeren Händen, bestenfalls mit der Bibel als geistiger Waffe in der Hand. Mögen dies auch Klischeebilder sein, so enthalten sie doch einen historischen Kern und verraten vielleicht etwas Charakteristisches über die beiden Religionen.

Heute stellen Nordamerika und Westeuropa, d.h. Regionen mit alter christlicher Prägung, politisch, militärisch und wirtschaftlich Weltmächte dar. Andererseits ist das Christentum heute die meistverfolgte Religion der Welt. Die in solchen Angelegenheiten maßgebliche christliche Organisation »Open Doors« schätzt, dass heute weltweit etwa 70-80 % aller wegen ihrer Religion unterdrückten, bedrohten, verfolgten, inhaftierten oder getöteten Menschen Christen sind, insgesamt über 100 Millionen Betroffene. Man mag diese Zahl für im christlichen Interesse übertrieben halten;  andererseits ist aber zuzugeben, dass man in den Medien nur extrem selten etwas über die Verfolgung von Muslimen, Buddhisten oder Hindus durch Angehörige anderer Religionen erfährt – selbst bei kritischer und ausgewogener Medienanalyse.

Weltverfolgungsindex

Die Liste der Christenunterdrücker-Staaten wird von der stalinistischen Hardliner-Diktatur Nordkorea angeführt. Auf den nächsten 8 Plätzen des OpenDoors-Weltverfolgungsindex 2011 landen Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit, auf Platz 10 ist mit Laos dann wieder ein kommunistischer Staat. In keinem islamisch dominierten Staat genießen Christen gleiche Rechte wie Muslime – weder in der Theorie noch in der Praxis.

Eine genaue Definition von »Verfolgung« soll hier nicht gegeben werden, jedoch ist exemplarisch auf krasse Verletzungen der Freiheit der Religion und der Gewalt gegen Christen wegen ihres Glaubens hinzuweisen. Auch dann, wenn Gewalt oder Repression nicht vom islamisch geprägten Staat selbst ausgehen und dieser sogar theoretische Gesetze zum Schutz religiöser Minderheiten haben mag, so nützt dies den Christen nichts, wenn die staatlichen Organe Gesetzesbrecher nicht verurteilen oder religiös motivierte Gewalttaten gegen Christen noch nicht einmal aufzuklären versuchen.

Scharia und Menschenrecht

Eine für alle Individuen und Staaten annehmbare Messlatte sollte eigentlich die Erklärung der Menschenrechte seitens der UNO von 1948 sein, die die Freiheit der Religionsausübung einschließt, und die auch von den islamischen Mitgliedsstaaten anerkannt wurde. In der Praxis zeigt sich jedoch in fast allen islamischen Ländern ein Rechtsverständnis, das an der Scharia ausgerichtet ist.

Der schlimmste Verstoß gegen das Recht auf freie Religionsausübung ist die Todesstrafe, die im Iran, in Saudi-Arabien, Afghanistan und Somalia für die Abkehr vom Islam – in der Regel durch Konversion zum Christentum (im Iran auch zur Bahai-Religion) – verhängt werden kann. In Pakistan bedroht die oft willkürliche Auslegung eines Blasphemie-Gesetzes Neu-Christen ebenfalls mit härtesten Strafen. Fast überall in der islamischen Welt ist der Übertritt zum Christentum verboten und wird bestraft oder ist mit erheblichen Nachteilen verbunden.

Auch ansonsten haben die beiden islamischen Religionsdiktaturen Iran und Saudi-Arabien besonders intolerante Gesetze und Praktiken. In Saudi-Arabien, dem Heimatland des Propheten und des Islam und dem Hüter der Pilgerstätten Mekka und Medina, muss jeder Staatsbürger Muslim sein. Christliche Mission, Schriften und Symbole (Kreuze) sind verboten. Christliche und andere nicht-muslimische Gastarbeiter dürfen ihre Religion nicht sichtbar ausüben. Im Iran leben noch alteingesessene armenische und assyrische Christen, denen in der Theorie Religionsfreiheit zugesichert wird, die in der Praxis aber überwacht, bedrängt und verfolgt werden – ähnlich wie die Juden im Dritten Reich. In dem eher chaotischen Afghanistan ist es für einen Einheimischen immer lebensgefährlich, sich zum Christentum zu bekennen. Leicht kann er Opfer einer staatlichen oder Lynch-Justiz werden.

Grundsätzlich sind Christen in islamischen Ländern Bürger zweiter Klasse, die bei Staat, Behörden und Justiz gegenüber ihren muslimischen Mitbürgern häufiger im Nachteil sind. Die Wurzeln für diese Ungleichbehandlung liegen in Koran und Scharia, wonach den Christen als »Leuten der Schrift« – gewissermaßen Halb-Gläubigen – Religionsausübung zwar gestattet war, diese jedoch mit einer Extra-Steuer belegt wurde.

Vertreibung und Völkermord an Christen

Christen leben seit 2000 Jahren im heute islamisch dominierten Nahen Osten. Die aramäischen, syrisch-orthodoxen, chaldäischen, armenischen, assyrischen und koptischen Kirchen sind Bewahrer uralter christlicher Traditionen. Bis zum 7. Jahrhundert waren diese christlichen Konfessionen meist die Religionen der Bevölkerungsmehrheit in ihren Stammländern. Nach der Eroberung durch den Islam und die Einführung des Islam als Staatsreligion wurde das Christentum im Nahen Osten nach und nach zu einer Minderheit – meist jedoch gewaltlos durch Konversion der Gläubigen zum Islam. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lebten orientalische Christen und Muslime weitgehend friedlich zusammen.

Der britische und französische Kolonialismus, die beiden Weltkriege, die massenhafte Einwanderung von Juden in Palästina, die Gründung Israels, das Eindringen westlicher Sitten und Gedanken sowie der sich verschärfende Konflikt zwischen Amerika und einigen islamischen Ländern hat die Lage der Christen im Orient grundsätzlich verschlechtert. Oft werden sie von Muslimen als Sympathisanten und Handlanger des Westens gesehen und attackiert. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der christliche Bevölkerungsanteil im klassischen Orient ständig am Sinken. Manche christlichen Bevölkerungsgruppen wurden regelrecht ausgerottet, z.B. die Armenier und Aramäer im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges (über 1,5 Millionen). Der wachsende Druck auf die Christen führt in vielen Gebieten zu massiver Auswanderung, meist nach Westeuropa und Amerika.

Weitere erschreckende Zahlen belegen das Schrumpfen der christlichen Bevölkerung im Orient durch Auswanderung, Vertreibung und Ausrottung:

  • Griechisch-orthodoxe Christen in Istanbul vor den Pogromen gegen Christen 1955: 165.000  / heute: 750
  • Syrisch-orthodoxe Christen (Aramäer) im Tur-Abdin (Türkei) vor dem Völkermord 1915: 147.00 / heute: 2.400
  • Armenische Christen in der Türkei vor dem Völkermord 1915: 2 Millionen / heute: 120.000
  • Prozentsatz von Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei vor dem Völkermord: 25% / heute: 0,2%
  • Syrisch-orthodoxe Christen im Irak 1990: 1,9 Millionen / heute: 600.000

Alleine im Irak wurden in den letzten 40 Jahren 150 Kirchen und Klöster dem Erdboden gleichgemacht. 200 Dörfer von syrisch-orthodoxen Christen wurden zerstört.

Die Zahlen sind Internetquellen entnommen und sowieso meist nicht genau überprüfbar. Ganz sicher sind jedoch die Größenordnungen und die deutliche Tendenz.

Die Zahl der Christen im Libanon, in Syrien und in Ägypten – alles christliche Hochburgen seit 2000 Jahren – sinkt ebenfalls von Jahr zu Jahr. Durch Anschläge auf Gemeinden und Kirchen sowie gesetzliche Diskriminierung werden immer mehr orientalische Christen zur Auswanderung veranlasst. Offenbar ist auch dies die Absicht einiger radikal-muslimischer Organisationen und Politiker.

Zukunftsaussichten

Gegenwärtig besteht wenig Hoffnung, den Vertreibungs- und Auswanderungstrend der orientalischen Christen zu stoppen. Dafür müssten die betreffenden islamisch-dominierten Staaten eine Wende zu Demokratien westlicher Prägung vollziehen, in denen die Religion absolute Privatsache ist. Die Türkei hatte unter Kemal Atatürk nach dem Ersten Weltkrieg Reformen in dieser Richtung durchgeführt, doch bis heute kann in der Türkei nicht davon die Rede sein, dass Religionsfreiheit im westlichen Sinne verwirklicht sei. Nicht-sunnitische Menschen (Aleviten und die wenigen verbliebenen Christen und Juden) sind dort weiterhin Diskriminierungen, Angriffen, Attentaten sowie staatlichen und juristischen Benachteiligen und Drangsalierungen ausgesetzt. Gerade in die Türkei hatte Westeuropa viele Hoffnungen gesetzt, diese als »Brücke zur islamischen Welt« gesehen; bis heute ist sie EU-Beitrittskandidat – und wird es wohl auch bleiben.

Nicht zuletzt auch wegen der Ernüchterung, die im Falle der per Gesetz »säkularen« Türkei eingetreten ist, darf man kaum mit einer Verbesserung der Lage der Christen in den arabischen Ländern rechnen. Die Christen im Nahen Orient werden immer weniger, und die Muslime in Europa möglicherweise immer mehr. Sollte den orientalischen Christen allerdings eine Einwanderung in Westeuropa in großer Zahl möglich sein, so dürfte ihre Integrationsprognose aufgrund ihres religiösen Hintergrundes und der erlittenen Verfolgungen auf jeden Fall sehr gut sein.

( Stephan Surya Nagel )